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Internationale Tagung "Philosophy, Film, and Skepticism"

 

Veanstalter

Prof. Dr. Markus Gabriel, Lehrstuhl für Erkenntnistheorie, Philosophie der Neuzeit und Gegenwart (Universität Bonn)

 

Ort

Stucksaal im Poppelsdorfer Schloss, Meckenheimer Allee 171, 53115 Bonn


Zeit

29. bis 30. November 2011

 

Gerade dem Medium Film ist es eigentümlich, perspektivisch aus dem historisch bedingten Leben von Individuen und gesellschaftlichen Gruppen zu berichten und diesen Bericht in Erzählstrategien und Darstellungsformen einzubetten, durch welche die Endlichkeit und Kontingenz der von den Figuren erlebten Ereignisse, wenigstens für den Zuschauer, sichtbar wird. Der Film fungiert aufgrund seiner photographischen Eigenschaften einerseits als besonders objektives Medium, in dem andererseits besonders subjektive Aspekte unseres Weltzugangs temporalisiert dargestellt werden können. Genau diese Spannung zwischen Objektivität und Subjektivität zeichnet auch das Problem des Skeptizismus aus, indem es uns zumutet, unsere Wissensansprüche von einem absoluten Standpunkt aus zu bemessen, den wir aber gar nicht einnehmen können. Die internationale Tagung „Philosophy, Film, and Skepticism“ greift diesen Zusammenhang auf und erörtert ihn in einem interdisziplinären Gespräch zwischen philosophischer Filmtheorie, Ästhetik und Filmwissenschaft. Im Zentrum steht die Frage nach dem Zusammenhang von filmischer Form und philosophischem Skeptizismus. Inwiefern lässt sich der Film als privilegiertes Medium zur Auseinandersetzung mit dem modernen Skeptizismus auffassen?

Skeptische Szenarien lassen sich dabei nicht nur auf der expliziten Ebene des Filminhaltes nachweisen. Auch in der Thematisierung der affektiven Rezeptionshaltung des Zuschauers sowie der versteckten Reflexion des Mediums auf sich selbst – indem etwa die Kamera das Leben eines Regisseurs in Hollywood oder die Modernität des Films selbst zum Inhalt der Darstellung wird – kommen skeptische Potenziale zum Tragen. So lässt sich eines der Grundprobleme des modernen Skeptizismus gerade darin sehen, dass wir in der Formulierung und Verteidigung von Wissensansprüchen nicht sichergehen können, dass wir uns überhaupt in einer epistemisch günstigen kognitiven Position befinden. Während die Behauptung von Grenzen der Erkenntnis und damit die Möglichkeit der Formulierung radikaler skeptischer Szenarien in der philosophischen Erkenntnistheorie zu Paradoxien führt, aus denen antiskeptische Strategien mitunter auf die Inkonsistenz des Skeptizismus selber schließen, behaupten Filme nichts über die Grenzen der Erkenntnis. Dennoch zeigen sie, dass eine Welt, eine Weltanschauung, ein Weltbild oder eine Lebensform begrenzt sein kann; sie zeigen Alternativen auf, die etwa auch in Science-Fiction-Filmen zu radikalen skeptischen Spekulationen über die Grenzen des menschlichen Wissens einladen.

Wie Filme dabei vorgehen und welche Formpotenziale sie aktualisieren können, um die Probleme des modernen Skeptizismus zu ästhetischer Präsenz zu bringen, wird eine der zentralen Fragestellungen der Veranstaltung sein, der sich die eingeladenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Perspektiven annähern werden. Dabei geht es auch um die Neubewertung klassischer Filmtheorien (Cavell, Deleuze, Kracauer), und zwar im Lichte der neueren Debatte um den ontologischen und epistemologischen Status des Films. Denn nicht nur neuere Filme wie die Matrix-Trilogie und Inception greifen in populärer Weise auf das argumentative Repertoire des modernen (vor allem cartesischen) Skeptizismus mit seinen Traumszenarien zurück, die seinerzeit schon in Shakespeares Dramen ästhetisch thematisch wurden. Auch der Film Noir oder mancher Western inszenieren skeptische Szenarien in der Form des generellen Verdachtes gegen etablierte Wissensformen, womit sie in der Tradition der Selbstbehauptung der Moderne stehen.

Die Tagung ist öffentlich. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Herrn Dr. Stephan Zimmermann: [Email protection active, please enable JavaScript.].

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